BDS: Adidas legitimiert Annektion Ost-Jerusalems!?

Seit jeher gehört es zum Ziel israelischer Politik Ost-Jerusalem von seinen arabischen Bewohnern zu ‚befreien‘ – und den Raub bzw. die Annexion Ostjerusalems nach alter israelischer Methode zum ‚fait accompli‘ zu machen. Eine nicht geringe Rolle spielt dabei die Einbeziehung Ost-Jerusalems in internationale Akivitäten jedweder Art.

2011 soll diese Aktivität in einem Marathon bestehen. Das sich deutsche Firmen – etwa Adidas – an solchen Manöver beteiligen, dass darf nicht sein, meinen Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel:

Offener Brief an die
Geschäftsleitung von Adidas International
Adidas AG
Adi-Dassler-Straße 1-2
91074 Herzogenaurach

vorab per Mail an Global_Public_Relations@adidas.com

Sehr geehrte Damen und Herren,

uns liegt die Kopie eines Briefes von mehreren Mitgliedern des Jerusalem City Council vor, in dem diese Sie bitten, Ihre Unterstützung des Jerusalem-Marathon 2011 zu überdenken (die Mail finden Sie unten angefügt).  Die geplante Route (s. Anlage) verläuft in Teilen durch die 1967 durch Israel eroberten palästinensischen Gebiete, die durch Israel einseitig und völkerrechtwidrig annektiert wurden. Diese Annexion wurde international nicht anerkannt und auch die deutsche Position hierzu ist eindeutig: Ost-Jerusalem ist nicht Teil Israels.  Ihnen ist sicher bekannt, dass diese Frage seither zu den Haupthindernissen bei der Suche nach einer Friedenslösung in Israel/Palästina gehört und derzeit insbesondere durch die Vertreibung von Palästinensern aus Ost-Jerusalem und den Bau von Wohnungen für jüdische Menschen zusätzliche Brisanz erhält.

In dieser Situation die Route des Jerusalem-Marathon 2011 so zu legen, dass diese teilweise durch die völkerrechtwidrig annektierten Teile der Stadt führen, erscheint im Verein mit den sonstigen Aktionen der israelischen Behörden gegen die palästinensische Bevölkerung als Provokation.  Diese widerspruchslos hinzunehmen und gar durch ein Sponsoring zu unterstützen, kann nicht im Interesse Ihres Unternehmens sein.

Wir bitten Sie deshalb, Ihre Beteiligung am Jerusalem-Marathon 2011 davon abhängig zu machen, dass die Route so geändert wird, dass der Marathon ausschließlich über solches Gebiet führt, das völkerrechtlich unstrittig israelisch ist.

Für eine baldige Antwort wären wir dankbar.

Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel
Breisgauer Str. 7    14129 Berlin   030-80582724

P.S.

Wegen der Brisanz der Situation erlauben wir uns, diesen Brief als „Offenen“ Brief einem größeren Verteiler von an Fragen des Nahostfriedens interessierten Menschen zugänglich zu machen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Hintergrund-Information:

1) Auf der Web-Site http://www.jerusalem-marathon.com/ wird Adidas als Sponsor gezeigt.

2) Die Route kann entnommen werden folgenden Web-Sites:
http://marathons.ahotu.com/archives/711-a-new-marathon-in-jerusalem-in-2011 und http://www.marathon66.de/185.html

3) Brief aus Jerusalem an Adidas:

To
Adidas International
International Headquarters
Adidas AG
Adi-Dassler-Strasse 1-2
91074 Herzogenaurach
Germany
Global_Public_Relations@adidas.com

Dear Sir or Madam,
It has come to our attention that your company, Adidas, has offered to sponsor the Jerusalem Marathon scheduled to be held in March, 2011. As members of the Jerusalem City Council we feel it is our duty to inform you that this year the path of the marathon is due to run through parts of East Jerusalem that are considered occupied territory by the international community and by us. For that reason we object to the marathon as it is now planned and believe it is important that you realize that a significant portion of the Israeli population as well as an overwhelming majority of the general population abroad will doubtless express their opposition once the details of the marathon are made public.

We strongly encourage you to join in asking that the route of the marathon
fit the boundaries of pre-1967 Jerusalem until the thorny issue of the city’s boundaries is set in the framework of an international agreement. As the event is now planned, we believe anyone’s support — yours, ours, or anyone else’s — is a grave mistake and encourages the violation of international law.

Sincerely yours,

Yosef Pepe Alalu, Jerusalem City Councilor
Meir Margalit, Jerusalem City Councilor
Laura Wharton, Jerusalem City Councilor

Sahar M. Vardi
(972) 0545-683419
Jerusalem

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